Mängelartikel
Was Journalisten über ihre eigenen Fehler denken
Fast die Hälfte der Bevölkerung bezweifelt, dass die Medien über kontroverse Themen objektiv und sachgerecht berichten. Nach ihrer Meinung verschweigen die Medien unangenehme Fakten und unwillkommene Meinungen und skandalisieren Personen, Organisationen und Techniken maßlos. Wie sehen das Journalisten selbst? Auskunft darüber gibt eine repräsentative Befragung von Journalisten bei deutschen Tageszeitungen zu acht konkreten Fällen.
Die Ergebnisse zeigen: Viele Journalisten lehnen fragwürdiges Verschweigen von Informationen und Skandalisierungen generell ab. Viele von ihnen akzeptieren dagegen generell fragwürdige Praktiken, rechtfertigen sie und verteidigen sie gegen Einwände. Diese Journalisten nehmen für sich die Deutungshoheit über das Geschehen in Anspruch.
Die Ansichten der Journalisten zu den acht konkreten Verstößen gegen journalistische Berufsnormen zeigen, dass die weit verbreiteten Zweifel an der Zuverlässigkeit der journalistischen Berichterstattung über kontroverse Themen nicht unbegründet sind.
»Dass Anspruch und Wirklichkeit im selbsternannten Qualitätsjournalismus leider oft weit auseinanderfallen, spüren viele Leser. Dieses Buch erklärt, warum und wie Journalisten derart gravierende Fehler machen und warum die Branche so wenig fähig zur notwendigen Selbstkritik ist.« Roland Tichy